Sanierungstipps gerappt
Klimaschutz gerockt


KLIK-Forum 2016/17 startet mit Energiesparshow
 
„Klimaschutz und energieeffizientes Bauen darf man auch mit Spaß angehen“, sagt Ronny Meyer, der als singender Bauingenieur und Moderator der „Modernisierungsinitiative Deutschland“ seit September durchs ganze Land tourt. Beides, ein ernstes Anliegen und einen lockeren Ton, hat er zu einem Talkshowformat rund um Fragen der Investition in unsere Zukunft verbunden. Auf seiner Tournee durch 20 Städte machte er letzten Mittwoch auch in Reutlingen Halt und trat vor einem bunten Publikum im Spitalhof am Marktplatz auf. Veranstalter waren "KLIK" zusammen mit der VHS Reutlingen.
 Show
Die ungewöhnliche „Energiesparberatung“ war die erste von drei Veranstaltungen des KLIK-Forums, einer Initiative des Klimaschutzmanagers der Stadt Reutlingen, Ralf Bültge-Bohla. „Klima ist in aller Munde, jeder merkt es, jeder spürt die Veränderungen. Doch um voranzukommen, muss sich in Herz und Kopf etwas ändern“, erklärte er, als er als Erster im Rampenlicht auf Ronny Meyers Couch Platz nahm und über die Ziele vor Ort sprach: Man wolle die CO2-Emissionen um zwei Prozent jährlich senken, überzeugte Privatpersonen als Klimabotschafter gewinnen, durch die Events aber auch zeigen, wie Reutlinger in dieser Sache bereits vorangehen.
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Eine Bühne, eine Szene, wie man sie aus TV-Shows kennt, war im großen Saal des Spitalhofs aufgebaut, von der Licht- und Soundanlage über die Gästecouch bis zu Macbook und Wasserglas des Moderators. Der sprang zu Liedzeilen eines Rap-Songs zum Thema auf die Bühne. „Wann wird dein Haus so wie mein Haus? Kein Frusthaus, ein Genusshaus! Bau ein Energie-Plus-Haus!“ Ronny Meyer hat sich selbst jahrelang durch die Bauphysik gekämpft, ist vom energieeffizienten Bauen überzeugt und möchte aufklären und sensibilisieren. Und das nicht mit trockenen Vorträgen, sondern mit selbstproduziertem Energiespar-Rock und handwerklich gut gemachtem Infotainment – oder in eigenen Worten: Sprücheklopfen mit Substanz.
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Im Eiltempo und mit der Schlagfertigkeit eines wahren Talkshowmasters legte Meyer an diesem Abend die Möglichkeiten einer energetischen Sanierung eines deutschen Durchschnittshauses auf den Tisch: Nacheinander lud Meyer die ganze Zunft der energetischen Sanierung auf die Bühne, vom Architekt im Anzug bis zum Zimmermann in Zunftkleidung, und skizzierte Schritt für Schritt, vom Fenstertausch bis zur Photovoltaikanlage, von der Kellerabdichtung bis zur ökologischen Dachdämmung, die Durchschnittskosten für die Modernisierung jenes Einfamilienhauses. Mit erstaunlichem Ergebnis: Man könne sein Haus heute energetisch sanieren und mit der Modernisierung einer Wertsteigerung um etwa 75.000 Euro unterziehen, ohne de facto auch nur einen Euro dafür draufzuzahlen. Das liegt vor allem daran, dass nahezu alle Investitionen förderfähig sind. Und die verbleibende Summe würde sich auf zwanzig Jahre amortisieren – und wie versprochen: die Klimaschutz sowie Absicherung gegen Energiepreissteigerungen und sogar die Verwendung von umweltverträglichen Baustoffen inklusive.
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Dennoch: Warum wird nicht jeder Besucher der überzeugenden „Show“ direkt zur nächsten Sanierungsberatung rennen? Woher die Skepsis, die Zurückhaltung? Eine Antwort kam an diesem Abend aus dem Publikum: „Waren Sie schon mal zuvor in Schwaben?“, fragte ein Besucher kess den Darmstädter Moderator und machte kurze Mentalitätsschulung: Wenn der Schwabe etwas geschenkt bekomme, bekäme er auch Zweifel. Da blieben auch Meyer die Worte weg. Er wich auf Taten aus, schenkte prompt einer Besucherin in der ersten Reihe einen 10-Euro-Schein. Die nahm ihn – ohne Sorgenfalten, sondern mit einem Lächeln. Warum sollten wir dann nicht auch bei der Gebäudesanierung zugreifen, wenn die Rechnung stimmt?

Show Publikum
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KLIK