UN-Klimakonferenz in Paris
12. Tag


Frau Umweltministerin Barbara Hendricks sollte Recht behalten, als Sie gestern äußerte „… normalerweise sind die Konferenzen immer verlängert worden“.
 
Nach kurzer Nacht und langen Verhandlungen, konnte man noch nicht zu einer endgültigen Vertragsvorlage kommen, sodass die Klimakonferenz in Paris in die Verlängerung geht. Der neue Text soll Samstag früh vorliegen und am Nachmittag verabschiedet werden.

Die COP21 reiht sich auf jeden Fall in die Reihe der wichtigsten Klimagipfel seit 1992 ein. Ob er allerdings die erhoffte Entscheidung bringt und ob er als der Durchbruch und die Wende im Klimaschutz in die Geschichtsbücher eingehen wird, erfahren wir am Wochenende. Die Chancen dazu standen noch nie so gut.
 
Der lange Weg zu einem Weltklimaabkommen, soll die folgende Übersicht der wichtigsten Klimakonferenzen seit 1992 zeigen.
  • 1992 UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro
    Auf dieser Konferenz wurden die Rahmenbedingungen für eine globale Entwicklungs- und Umweltpolitik geschaffen. Die Grundlage für die heutigen Verhandlungen war geebnet. Hier wurde erstmals weltweit das Recht auf nachhaltige Entwicklung verankert. Auch gingen damals schon Experten davon aus, dass die Grenze des Temperaturanstiegs im Bereich von 1,5 bis 2 Grad liegt.
    Das sogenannte –bis heute gültige- Kyoto-Protokoll wurde verabschiedet. Darin wurden erstmals konkrete Ziele zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes um insgesamt mindestens 5% bis zum Jahr 2012 vereinbart. Darüber hinaus soll für die Entwicklungsländer ein Fonds eingerichtet werden, aus dem sie Gelder zur Anpassung an die Folgen der Erderwärmung erhalten.
  • 1997 COP3 in Kyoto
    Das sogenannte –bis heute gültige- Kyoto-Protokoll wurde verabschiedet. Darin wurden erstmals konkrete Ziele zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes um insgesamt mindestens 5% bis zum Jahr 2012 vereinbart. Darüber hinaus soll für die Entwicklungsländer ein Fonds eingerichtet werden, aus dem sie Gelder zur Anpassung an die Folgen der Erderwärmung erhalten.
  • 2009 COP15 in Kopenhagen
    Die Erwartungen an die 15. Klimakonferenz in Kopenhagen zum Abschluss eines Weltklimavertrages waren groß und wurden jäh enttäuscht. Die Staaten nahmen damals nur „zur Kenntnis“, dass die Erdtemperatur um nicht mehr als zwei Grad steigen sollte.
  • 2012 COP18 in Doha
    Die Verlängerung des Kyoto-Protokolls, welches im Jahr 2014 auslaufen wird, wurde bis 2020 wurde vertraglich besiegelt. Neben den USA, die dem Abkommen abermals nicht beitraten, traten nun allerdings auch Japan, Kanada, Neuseeland und Russland aus dem Protokoll aus – und somit die größten Treibhausgas-Emittenten aus der Runde. Alle verbliebenden reduktionsverpflichteten Staaten sind lediglich für rund 15 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich.
    Die „Ad Hoc Working Group on the Durban Platform for Enhanced Action“ (AWG-ADP)  nahm ihre Arbeit auf, die für die Klimakonferenz 2015 in Paris ein Abkommen vorbereiten soll, welches erstmals alle Staaten zu bindenden Zielen verpflichtet.
  • 2014 COP20 in Lima
    Auf der Vertragsstaatenkonferenz in Lima ging es vornehmlich um die textliche Vorbereitung des internationalen Klimaschutzabkommens, welches auf der nächsten Weltklimakonferenz 2015 in Paris verhandelt werden soll.
Die aktuellen Verhandlungen können Sie auf der offiziellen Homepage der COP 21 verfolgen.