UN-Klimakonferenz in Paris
9. Tag


Den Klimadiplomaten in Paris steht eine harte Woche mit wenig Schlaf bevor: Noch bis Freitag ist Zeit, sich auf einen Weltklimavertrag zu einigen – mit einer Verlängerung bis Sonntag rechnet fast jeder auf dem Verhandlungsparkett.
In der ersten Woche der UN-Klimaverhandlungen in Paris haben die Diplomaten den Entwurf des neuen Weltklimavertrags gestrafft und die wesentlichen Streitfragen herausgearbeitet. Damit liegen die Verhandlungen bislang im Plan.
Bei den wichtigsten Streitpunkten stehen aber noch gegensätzliche Optionen im Text, für die nun ein Konsens gefunden werden muss. 
Die wichtigsten sind hier kurz genannt.
  • Die Entwicklungsländer fordern bisher geschlossen, dass die Industriestaaten ihre Finanzzusage von 100 Milliarden Dollar ab 2020 für Klimaschutz und -anpassung in den Folgejahren weiter erhöhen. Dies lehnen die Industrieländer ab, solange der Kreis der Geberländer nicht ausgeweitet wird – etwa um reiche Staaten wie Saudi-Arabien und China, die formal nach der Klimarahmenkonvention zu den Entwicklungsländern gehören.
  • Über 100 Länder fordern eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5° C, da diese bereits heute schon die Auswirkungen des Klimawandels, wie z.B. den steigenden Meeresspiegel, gravierend spüren. Andere sehen das Maximum bei Zwei Grad durchschnittlicher globaler Erwärmung. Arabische Länder unter Führung von Saudi-Arabien sowie einige weitere Ölexporteure wie Venezuela lehnen dies kategorisch ab. Diese Staaten wollen auch Begriffe wie "Dekarbonisierung" und "Klimaneutralität" aus dem Vertrag herauskürzen und verhindern, dass sich die Staaten zu "100 Prozent erneuerbaren Energien" bekennen.
  • Auch eine Lösung für das so genannte „Loss and Damage“ (Verluste und Schäden) steht noch aus. Unter dem Begriff aus der Versicherungswirtschaft versteht man unumkehrbare Verluste durch den Klimawandel, etwa den Untergang von Inseln. Der Chefunterhändler der USA am Wochenende dazu: „Eines werden die USA in diesem Zusammenhang nicht akzeptieren: Wir sind nicht für diese Schäden verantwortlich und leisten deshalb auch keine Kompensationen“. Eine Lösung wäre die Einrichtung von Klimaschutzversicherungen die im Fall von Schäden einspringen.
Es bleibt spannend welche Kompromisse am Ende der Konferenz tatsächlich unterschrieben werden.

"KLIK" bleibt dran!