Erste Bürgermeisterin Hotz bei Vernetzungstreffen Kompetenznetz Klima Mobil mit Verkehrsminister Hermann


Aus mehr als 40 Bewerbungen wurden die Modellkommunen ausgewählt, die mutig hochwirksame Maßnahmen zum Klimaschutz beim Verkehr umsetzen wollen. Damit sollen sie landesweit Vorreiter sein und den CO2-Ausstoß im Verkehr deutlich senken. Gleichzeitig soll sich damit das Stadtbild und die Lebensqualität im Ort verbessern. 

Verkehrsminister Hermann unterstrich dabei die Klimaschutzziele des Landes im Verkehr bis 2030, mit denen das Projekt verknüpft ist: Der Öffentliche Nahverkehr soll verdoppelt werden, jedes dritte Auto soll klimaneutral angetrieben werden, das KfZ-Aufkommen in den Städten soll um ein Drittel sinken und jeder zweite Weg soll aktiv mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden.

Die Kommunen werden vom Kompetenznetz bei Planung und Kommunikation von hochwirksamen Maßnahmen beraten und bis hin zur Beschlussfassung begleitet. Folgende Handlungsfelder gibt es: die Bevorrechtigung umweltfreundlicher Verkehre, das Parkraummanagement und die Verkehrsberuhigung bzw. Straßenraumgestaltung. Die Projekte befassen sich beispielsweise mit der Umgestaltung von Ortsdurchfahrten, dem klima- und menschenfreundlichen Stadtumbau, der Einführung verkehrsberuhigter Quartiere, der Förderung von Fuß- und Radverkehr und der Ausweitung des Parkraummanagements.
Verkehrsminister Hermann beglückwünschte Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz zur Auswahl der Stadt Reutlingen als Modellkommune im Kompetenznetz Klima Mobil und sprach ihr die Anerkennung des Verkehrsministeriums für die Erfolge der Stadt Reutlingen in der Luftreinhaltung aus.

Der Stadt Reutlingen ist es gelungen, innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren, insbesondere durch den Ausbau und die Stärkung des Umweltverbunds, die NO2-Werte an der Lederstraße um mehr als die Hälfte auf aktuell 36 µg/m³ zu reduzieren. Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz betonte, dass die Stadt Reutlingen den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst nimmt und den Umweltverbund noch weiter ausbaut.

Die Stadtverwaltung hat sich mit der Maßnahme „Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung und des Anwohnerparkens“ als Modellkommune beworben. Ziele der Maßnahme sind die Verlagerung von Fahrten vom motorisierten Individualverkehr auf den Umweltverbund, die Verringerung von Lärm und Abgasen durch weniger Parksuchverkehr und die Entlastung der Wohngebiete von Fremdparkern.

Es geht auch darum, den bisherigen Parkraum als Stadtraum für Fußgänger und Radfahrer erlebbar zu machen und Carsharing-Stellplätze, Ladestationen für E-Fahrzeuge, Abstellflächen für Fahrräder und Aufenthaltsflächen zu schaffen. Dabei sollen auch neue, innovative Impulse zum Mobilitätsverhalten und betrieblichen Mobilitätsmanagement gesetzt werden.

Die Parkraumbewirtschaftung steht in engem Zusammenhang mit dem Ziel der Stadt Reutlingen, klimaneutral zu werden. Sie bildet neben der bereits erfolgreich agierenden Task Force Radverkehr und der in Gründung befindlichen Task Force Klimaschutz einen neuen Schwerpunkt. Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz begrüßt dabei auch den Austausch mit dem Land und den weiteren Modellkommunen.

„Mit der Auswahl der Modellkommunen geht für das neunköpfige Team vom Kompetenznetz die Arbeit nun richtig los. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir sehr eng mit der Stadt Reutlingen zusammenarbeiten. Ziel ist es, ab September 2021 erste Maßnahmen mit Unterstützung des Kompetenznetz umzusetzen“, sagte Günter Rasch, Projektleiter des Kompetenznetz Klima Mobil.


Hintergrund
Das Kompetenznetz Klima Mobil wurde auf Initiative des Ministeriums für Verkehr von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) in Kooperation mit der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Gefördert wir das Kompetenznetz Klima Mobil durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Die Fördersumme des Bundes beträgt 2,3 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg steuert einen finanziellen Eigenanteil in vergleichbarer Höhe bei und unterstützt das Kompetenznetz inhaltlich. 

Die 15 Modellkommunen des Kompetenznetzes sind: Althengstett, Burgstetten, Freiburg, Hechingen, Heidelberg, Karlsruhe, das Mobilitätsnetzwerk Ortenau (im Zusammenschluss: Kehl, Lahr, Offenburg, Rheinau, Willstätt, Gengenbach und Schutterwald), Ludwigsburg, Ravensburg, Reutlingen, Rottweil, Sachsenheim, Schorndorf, Simonswald und Waldkirch.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.klimaschutz-bewegt.de.

Verkehrsminister Winfried Hermann und Reutlingens Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz